110 Die rechte Löwenjagd in Algier.
Aus dieſer Erzählung können Sie mancherlei lernen, ich empfehle beſonders zwei Dinge: nicht in finſteren Nächten auf die Löwenjagd zu gehen und die Büchſe ſo zu laden, daß ſie möglichſt ſcharf ſchießt. Ich lud ſpäter mit länglichen Eiſenpoſten ſtatt mit Bleikugeln.
Zuletzt ſprach ich davon, wie Sie das Geſchlecht, das Alter und die Größe des Löwen erkennen können, auf den Sie Jagd machen wollen. Haben Sie dies durch die Fährten nicht zu ermitteln vermocht und ſetzt der Löwe ſeine Raubzüge fort ohne zu brüllen, ſo brechen Sie mit Ihrem Führer in der Nacht auf und gehen Sie auf den Wegen hin, die von einem der von dem Thiere heim⸗ geſuchten Duars zu dem andern führen. Gehen Sie aber lang⸗ ſam und bleiben Sie oft ſtehen. Hören Sie einen heißeren Schrei, den die Europäer der Hyäne zuſchreiben, während er von dem Schakal kommt, ſo wenden Sie ſich nach dieſer Seite hin. Jener Schrei ſagt Ihnen, daß der Schakal einem Löwen, einem Räu⸗ bern oder einer Hyäne folgt. Er ſchleicht, wie ſchon oben geſagt, dieſen verſchiedenen nächtlichen Wanderern nach, um ſeinen An⸗ theil an der Beute zu erhalten und giebt dabei einen eigenthüm⸗ lichen Laut von ſich, welcher andere Schakals zu dem erwarteten Schmauße ebenfalls herbeirufen ſoll.
Folgt der Schakal einem Löwen in der Ebene, ſo wird es Ihnen nicht ſchwer werden, ſich davon zu überzeugen, denn der Löwe wird auf Sie zukommen, ſobald er Sie nur von Weitem ſieht. In einer bewaldeten Gegend laſſen Sie ſich durch Ihren Führer raſch auf dem Wege hinführen, dem das ſchreiende Thier folgt, und zwar ſo, daß Sie vor daſſelbe kommen; dann ſetzen Sie ſich an einem Buſ che in kleiner Entfernung von dem Wege nieder und warten. Ihr Führer muß ſich einige Schritte davon nieder⸗
legen und im Gebüſch verſtecken. Uebrigens können Sie in die⸗
ſem Punkte ſeinetwegen unbeſorgt ſein. da er rſch gewiß fern von Gefahr hält. 3


