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Der Löwenjäger / Jules Gerard. Nach dem Franz. von August Diezmann
Entstehung
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Die rechte Löwenjagd in Algier. 107

nach dem Korne darauf zu ſuchen. Ich zielte ſo gut ich es ver⸗ mochte, drückte los und in dem Pulverblitze ſah ich eine formloſe ungeheuere Maſſe vor mir. Ein furchtbares Brüllen erſchütterte die Luft: der Löwe war kampfunfähig. Dem erſten Schmerzens⸗ ſchrei folgten dumpfe drohende Klagelaute. Ich hörte, wie das Thier auf dem feuchten Boden, an dem Ufer des Baches, ſich wälzte; dann wurde es ſtill.

Ich hielt den Löwen für todt oder doch für ſo verwundet, daß er ſich nicht werde entfernen können und kehrte in den Duar mit meinem Führer zurück, der Alles gehört hatte und überzeugt war, daß das Thier uns nicht entgehen könnte. Wie ſich von ſelbſt verſteht, ſchloß ich die Nacht über kein Auge.

Mit Tagesanbruch waren wir wieder an Ort und Stelle, ſa⸗ hen aber keinen Löwen. Ein fingergroßes Knochenſtück, das wir in dem reichlich vergoſſenen Blute liegen ſahen, veranlaßte mich zu der Annahme, es ſei ihm das Schulterblatt zerſchoſſen.

Eine ungeheure Wurzel an der Uferwand, kaum vier Schritte von der Stelle, an welcher ich geſeſſen hatte, war durch die Zähne des Löwen abgebiſſen. Der Schmerz, den er dabei empfunden, hatte wahrſcheinlich die Klagelaute veranlaßt, die ich vernommen, ſo⸗ wie ſeinen Entſchluß von einem Angriffe abzuſtehen. Vergebens folgten wir den Blutſpuren; wir verloren ſie in dem Bache, in den er hinuntergegangen war.

Am andern Tage machten mir die Araber, welche ſo viele Urſache hatten über ihren Gaſt ſich zu beſchweren und überzeugt waren ihn irgendwo todt zu finden, den Antrag, ihn mit mir auf⸗ zuſuchen. Wir waren ſechzig Mann, theils zu Fuß, theils zu Pferd. Nach vergeblichen Nachforſchungen von einigen Stunden kehrte ich in den Duar zurück und ſchickte mich zur Abreiſe an, als ich nach dem Gebirge hin mehrere Schüſſe und lautes Ge⸗ ſchrei vernahm. Man hatte ohne Zweifel den Löwen gefunden. In Galopp ritt ich dahin und bald überzeugte ich mich, daß die