Die Löwenjagd bei den Arabern. 39
ſeit zwei bis drei Jahren ſind ſie zu mir nach Konſtantine gekom⸗ men und wenn ſie mich nicht trafen, ließen ſie lieber einen Monat lang Stücke aus ihren Heerden rauben, als daß ſie ſelbſt zu den Waffen griffen.
Nun die Schegatmas, der dritte Volksſtamm, von dem indeß nicht viel zu ſagen iſt, ob er gleich ſonſt dieſelben Vorrechte hatte wie die beiden bereits erwähnten.
Die Schegatmas ſind ein Theil eines gleichnamigen tune⸗ ſiſchen Stammes, erſchienen vor etwa vierzig Jahren mit einem Bey von Tunis, welcher Konſtantine belagerte und ließen ſich in dem Gebirge Hamama bei den Haractahs nieder.
Wenn ihr Scheik zu den Waffen ruft, bringt er etwa hundert Gewehre zuſammen.
Die Vorbereitungen zur Löwenjagd ſind bei ihnen dieſelben wie die ſchon geſchilderten. Hat man den Löwen ermittelt, ſo ſchleichen die Jäger geräuſchlos um ihn herum und ſteigen auf die Fichten und Eichen, welche in ihren Bergen wachſen. Iſt Jedermann auf ſeinem Poſten, ſo beginnt man von allen Seiten gewaltig zu ſchreien und wenn der Löwe darauf nicht erſcheint, ſchießt man wohl auch ein paar Mal aufs Geradewohl.
Der Löwe, der daran gewöhnt iſt mit Menſchen und nicht mit Eichhörnchen zu thun zu haben, hört an dem Geſchrei umher, daß die Jäger ſich nicht an einer Stelle befinden, ſchleicht vorſich⸗ tig aus ſeinem Lager heraus und geht horchend und mit ge⸗ ſchwungenem Schweife nach einem Schreier zu, der ſich beſonders hervorthat und den er allein zu überraſchen hofft.
Plötzlich hört er ganz in der Nähe einen Ton, wie ihn ein verſagendes Gewehr giebt; ohne einen Schritt weiter zu gehen, legt er ſich auf den Bauch nieder und ſchaut forſchend nach jedem 4 Gebüſch und jedem Steine. In demſelben Augenblicke verbreitet ſich eine Rauchwolke vor ihm; es knallen von allen Seiten Schüſſe;
er ſpringt auf und windet ſich wie eine Schlange unter den Ku⸗


