Die Löwenjagd bei den Arabern.
37 die Worte der Alten und Erfahrenen zu hören, die warnend vorausſagen, daß der Löwe zurückkommen werde.
Und das geſchieht in der That. Der Löwe, den das Geſchrei gereizt und der Blut geſehen und gekoſtet hat, kommt brüllend durch das Dickicht zurück und ſtürzt ſich mit weit aufgeriſſenem Rachen auf die Kette von Jägern, die diesmal nicht überrumpelt werden, ſondern ihm wohl dreißig Schüſſe in größter Nähe ent⸗ gegenſchicken. Von Kugeln durchbohrt bricht der Löwe mitten in der Schaar zuſammen und packt mit den Zähnen und den Klauen Alles, was er erreichen kann bis er ſeinen Wunden erliegt oder
noch eine Kugel bekommt, die ihm das Leben nimmt.
Iſt er todt, ſo zieht man die Jäger hervor, die unter ihm liegen, und prüft den Zuſtand derſelben ſowie den jener, die im erſten Kampfe fielen. Man hat zwei Todte und vier Verwundete, darunter zwei ſchwer Verwundete.
Bei uns würde man den Ausgang der Jagd für einen ſehr traurigen halten und ſich mehr mit den Todten und Verwundeten als mit dem Löwen beſchäftigen; hier iſt Alles ganz anders. Auf die Opfer achtet Niemand als die nächſten Verwandten derſelben.
Hat man die Verwundeten an eine ſichere Stelle neben die
Todten gebracht, ſo ſchickt man zwei Mann in den nächſten Duar, um Maulthiere zum Fortſchaffen der Gefallenen zu holen.
Dann werden alle Meſſer gezogen und man geht ſofot daran, dem Löwen das Fell abzuziehen, was unter lautem Geſchrei geſchieht.
Iſt auch das Fell abgezogen und ſind die Maulthiere ange⸗ kommen, ſo kehren alle Jäger in folgender Ordnung in die Ebene zurück. Voran zieht Der, welcher dem Löwen den entſcheidenden Schuß gab, und er trägt die blutige Löwenhaut. Ihm folgen drei
nebeneinander gehende Maulthiere. Auf dem erſten ſitzen die
zwei ſchwer Verwundeten, auf jedem der beiden andern ſitzt ein leichter Verwundeter, der einen Todten in ſitzender Stellung vor


