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Der Löwenjäger / Jules Gerard. Nach dem Franz. von August Diezmann
Entstehung
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Die Löwenjagd bei den Arabern.

„Nieder! An den Boden!“ rief eine Stimme, die würdig zu ſein ſchien eine Armee zu commandiren.„Nieder, Söhne der Ceſſi! Bedenkt, vaß Ihr Männer ſeid und daß ich bei Euch bin!“

Alsbald drängt ſich die Jägerſchaar dicht um ihren Führer und wartet mit angelegtem Gewehr, daß der Löwe hervorſtürze. Es iſt dies ein feierlicher Augenblick. Die Jäger und der Löwe ſind kaum einige Schritte von einander entfernt, und doch ſehen ſie einander nicht. Der Löwe hat ſich katzenartig niedergelegt, um den Kugeln ſo wenig Fläche als möglich zu bieten und zum Sprunge bereit zu ſein.

Die Jäger ſitzen, liegen oder knien ſo eng aneinander ge⸗ draͤngt, daß ſie faſt durch einen Burnus bedeckt werden können.

Plötzlich giebt Einer der Jäger ein Zeichen mit der Hand, welches bedeuten ſoll: ich ſehe ihn! Sein Nachbar folgt der Rich⸗ tung des Fingers und beſtätigt das Zeichen des Erſten. Alle drängen herbei, um den Feind ebenfalls zu ſehen und gleichzei⸗ tig zu feuern. Leider iſt dies zu ſpät. Der Löwe, der ſich ent⸗ deckt geſehen, hat ſich auf die Schaar geſtürzt, den Kopf des Ei⸗ nen zermalmt, dem Andern ein Auge ausgeriſſen, dem Dritten die Schulter zerkratzt und iſt dann mit einem Satze, ſo ſchnell als er gekommen, in dem Walde verſchwunden, ſodaß Niemand Zeit

hatte zu ſchießen.

Da erhebt ſich denn ein betäubendes Geſchrei; ein Jeder

. ſchiebt die Schuld auf ſeinen Nachbar und der Unglückliche,

welcher den Löwen zuerſt ſah, wird, wenn er nicht getödtet oder ſchwer verwundet wurde, mit Beleidigungen überſchüttet, als habe er zu dem Thiere geſagt: komm! jetzt iſt die rechte Zeit. Die Schaar zur Rechten konnte unterdeß nicht wohl von der Jagd länger fern bleiben und ſie kommt langſam heran. Man ſieht einander an und zählt. Ein Todter und zwei Verwundete! Das iſt ſtark und man kann es nicht ſo hingehen laſſen. Wo iſt der Löwe?— Man erhitzt ſich gegenſeitig und ſchreit, ohne länger auf

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