26 Die Löwenjagd bei den Arabern.
Gelangen ſie an den Saum der Waldung, in welchem das Thier liegt, ohne daß die Tirailleurs daſſelbe geſehen haben, ſo beginnen ſie ein gewaltiges Geſchrei, untermiſcht mit tauſend Schimpfworten, welche ihrer Meinung nach den Löwen bewegen ſollen ſich zu zeigen. Bleibt er taub, ſo reizt man ihn dadurch noch unmittelbarer, daß man einige Kugeln dahinſchießt, wo man ihn vermuthet. Solche Manöver dauern bisweilen mehrere Stun⸗ den und je länger ſie währen, um ſo mehr zögern die Jäger mit dem Angriffe. Sie wiſſen aus Erfahrung, daß ein Löwe, der gegen Schimpfen und Schießen taub bleibt, recht gut weiß, was dies zu bedeuten hat, daß ſchon einmal Jagd auf ihn gemacht worden iſt und daß er folglich ſeine Feinde in ſeinem Lager er⸗ wartet, um erſt von da aus ſie anzufallen. Daß eine ſolche Aus⸗ ſicht Schwanken und Zögern veranlaßt, begreift ſich, namentlich bei Denen, welche die Klauen des Löwen ſchon einmal in ihrem Fleiſche gefühlt haben.
Während die Araber am Waldſaume lauern und mit heftigen Geberden ſich berathen, begleite der Leſer mich hinein zu dem Lö⸗ wenlager, damit wir ſehen, wie es da zugeht.
Unter einem dunkeln, dichten Dach von wilden Oliven⸗ und hundertjährigen engverwachſenen Maſtixbäumen hat der Löwe ſich mehrere bequeme Gemächer eingerichtet, in denen er je nach der Jahreszeit und der Witterung ſich aufhält. Hierher kehrt er je⸗ den Morgen mit der Dämmerung zurück, um zu ſchlafen und die Beute ungeſtört zu verdauen, die er in der Nacht verzehrt hat.
Vor der Ankunft der Jäger ſchlief der Löwe feſt, der wie eine Katze daliegt. Bei dem erſten Geräuſche, das zu ihm drang, ſchlug er die Augen auf, ohne den Kopf emporzurichten; als das Geräuſch vernehmlicher wurde, legte er ſich auf den Bauch, um zu horchen. Bei dem erſten Hurrah der Jäger ſprang er auf wie durch eine Springfeder emporgeſchnellt, ſchüttelte die Mähne und antwortete mit furchtbarem Brüllen auf das Geſchrei der Unvor⸗
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