24 Die Löwenjagd bei den Arabern.
er einen guten Burnus trägt. Hat der Löwe dagegen ſchon eine Kugel oder gar mehrere im Fleiſche, ſo zerreißt und tödtet er Je⸗ den, den er packen kann, ja oft faßt er ihn mit den Zähnen, trägt
dieſe anfällt. Iſt der Löwe aber ſchwer, vielleicht tödtlich verwun⸗ det und er kann noch einen Menſchen faſſen, ſo packt er ihn mit aller Macht, zieht ihn unter ſich, nimmt das Geſicht des Unglück⸗ lichen vor ſich und ſcheint ſich, wie die Katze mit der Maus, an ſeiner Todesangſt zu weiden. Während ſeine Klauen mit Wonne durch das weiche Fleiſch des Opfers ſich ziehen, ruhen ſeine Au⸗ gen blitzend auf den Augen des Menſchen, der, durch dieſen Blick gebannt, weder zu ſchreien noch zu jammern wagt. Von Zeit zu Zeit ſtreicht der Löwe ſeine große rauhe Zunge über das Geſicht des Sterbenden, dann zieht er die Lippen zurück wie die Katze und zeigt alle Zähne. Unterdeß haben die Verwandten oder Freunde des unglücklichen Jägers die Muthigſten in der Schaar zur Rettung aufgefordert und ſie gehen in dichter Reihe, das Gewehr angelegt, den Finger am Drücker, auf den Löwen zu, der ſie kommen ſieht und erwartet. 4
Da die für den Löwen beſtimmten Kugeln den Mann treffen könnten, ſo muß man dem Thiere ganz nahe kommen, ehe man ſchießt. Gewöhnlich opfert ſich ein Verwandter des Verunglück⸗ ten, der allein zu dem Löwen tritt und die andern Jäger etwa zwanzig Schritte hinter ſich zurückläßt. Schwinden dem Löwen allmälig die Kräfte, ſo zermalmt er
mit ſeinen Zähnen den Kopf des Mannes, den er unter ſich hat, und zwar in dem Augenblicke als er das Rohr des Gewehres zu ſeinem Ohr ſich ſenken ſieht. Dann drückt er die Augen zu und erwartet den Tod. Hat er dagegen noch Kraft, ſo beeilt er ſich, den Jäger in ſeinen Klauen zu tödten, um ſich auf den *Tollkühnen ſtürzen zu können, der Jenem zu Hilfe zu kom⸗ men wagt.
ihn fort und ſchüttelt ihn heftig bis er andere Jäger bemerkt und
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