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bleibt der Löwe dabei ſtehen, ſo geben die in der Grube verſteck⸗ ten Männer gleichzeitig Feuer auf ihn.
Selten bleibt das Thier auf dem Platze; meiſt ſpringt es, nachdem es mehrere Kugeln empfangen hat, nach dem Verſtecke zu und über daſſelbe hin, ohne zu ahnen, daß die Feinde ſich unter ſeinen Füßen befanden. Hat es in wüthenden Sätzen vergeblich ſeine Kraft erſchöpft, ſo begiebt es ſich in die erſte beſte Waldung in der Nähe.
Bisweilen fordern Die, welche den Löwen anſchoſſen, den
Die Löwenjagd bei den Arabern.
Stamm auf, dem Schweiße zu folgen und den Verwundeten vol⸗
lends zu erlegen. Da in ſolchen Fällen aber meiſt auch wenigſtens ein Menſch ſein Leben verliert, ſo verfolgt man den Löwen gewöhnlich nicht und läßt ihn entweder von den empfangenen Wunden gene⸗ ſen oder ruhig in einem Verſtecke ſterben.
Auch wenn man dem Löwen auf einem Baume auflauert, befinden ſich da mehrere Araber beiſammen, die ſich hinter Zwei⸗ gen verſtecken, um nicht geſehen zu werden. Man wählt einen ziemlich hohen Baum an einem Wege.
Dieſe beiden Lauerpoſten bleiben meiſt für alle Zeit und die⸗ nen oft mehreren Generationen; doch kommt es auch vor, daß, wenn ein Löwe ein Rind oder ein Pferd in der Nähe eines Duars geraubt hat, die Araber eilig eine Melheda anlegen, um den Räu⸗ ber zu erlegen, falls er in der nächſten Nacht wiederkäme. Sehr ſelten freilich gelingt ihnen dies, denn der Löwe liebt friſches Fleiſch, überläßt nach großer Herren Art die Ueberreſte den Hyä⸗ nen, Schakalen und Geiern und ſucht ſich immer neue Beute.
In der Provinz Konſtantine giebt es drei Stämme oder Stammestheile, welche im Nothfalle einige Löwen erlegen, die ſich bei ihnen zeigen, ohne deshalb ihren Nachbarn zu Hilfe zu kom⸗ men, wenn dieſe von jenen Raubthieren zu leiden haben. Es ſind dies die Uled⸗Melul, die Uled⸗Ceſſi und die Schegatmas.


