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Der Löwenjäger / Jules Gerard. Nach dem Franz. von August Diezmann
Entstehung
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Die Löwenjagd bei den Arabern.

16 Feind leiden zu ſehen, von dem man nichts mehr zu fürchten hat und den man ungeſtraft ſchmähen und martern kann.

Bemerkenswerth iſt dabei, daß die Frauen und die Kinder, namentlich aber die Frauen, am erbittertſten und am grauſamſten ſind. Iſt dies bei den Araberinnen eine Eigenthümlichkeit der Rohheit oder das Gefühl ihrer Schwäche? Ich weiß es nicht, glaube aber gern, daß manche Europäerinnen die Begnadigung des Löwen erbitten würden, wäre es auch nur, um ihn außerhalb der Grube offen und ehrlich angreifen und tödten zu ſehen.

Der unter ſo großer Ungeduld erwartete Morgen iſt endlich angebrochen und die Kühnſten nehmen die Einzäunung an der Grube hinweg, um den Löwen in der Nähe zu ſehen und ſich zu überzeugen, ob es ein Männchen oder Weibchen, ein alter oder junger iſt. Da er je nach ſeinem Alter mehr oder weniger Scha⸗ den gethan hat, ſo muß er demzufolge behandelt werden. Iſt es eine Löwin oder ein junger Löwe, ſo treten Die, welche ihn zuerſt ſahen, verdrießlich zurück, um den andern Neugierigen Platz zu machen, deren Freude durch den Anblick der Enttäuſchten ſich ebenfalls bereits abgekühlt hat.

Iſt es dagegen ein ausgewachſener Löwe mit voller Mähne, ſo giebt es ein faſt wahnſinnartiges Geſchrei und Gebahren; die Nachricht läuft von Munde zu Munde und die der Grube zunächſt Stehenden müſſen ſich vorſehen, um von den übrigen Nachdrän⸗ genden nicht auch hineingeſtürzt zu werden.

Iſt die allgemeine Neugierde befriedigt, hat Jedermann dem edeln Thiere einen Stein und Verwünſchungen zugeworfen, ſo

erſcheinen die Männer mit den Flinten und ſchießen auf den Ge⸗ fangenen bis er kein Lebenszeichen mehr von ſich giebt.

Gewöhnlich nachdem er ein Dutzend Kugeln erhalten hat, ohne ſich zu regen und ohne einen Klagelaut von ſich zu geben, richtet der Löwe majeſtätiſch den ſchönen Kopf empor, um noch einen Blick voll Verachtung auf die Araber zu werfen, die