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Der Löwenjäger / Jules Gerard. Nach dem Franz. von August Diezmann
Entstehung
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14 Die Löwenjagd bei den Arabern.

mehr erreichen kann, überſchütten ſie ihn mit Kugeln und Schimpf⸗ worten... Ehe ich von den Volksſtämmen ſpreche, welche gelegentlich einen Löwen erlegen, glaube ich die Mittel angeben zu müſſen, bei deren Anwendung der Menſch keine Gefahr läuft.

Oben an ſteht die Grube(Zubia bei den Arabern).

Um aus der Nähe der Löwen zu kommen, welche ſich ſtets in den waldreichſten Gebirgen aufhalten, pflegen die Araber von den⸗ ſelben im Frühling, Sommer und Herbſt mit ihren Zelten und Heerden ſich zu entfernen. Weil nun der Löwe ſich erſt in der Abenddämmerung erhebt, um Nahrung zu ſuchen, ſo haben in den Jahreszeiten, in welchen die Nächte kurz ſind, die Duars oder Zeltdörfer acht bis zehn Stunden von den Bergen von dem Thiere nichts zu fürchten, das mit Tagesanbruch in ſeine Höhle zurück⸗ zukehren pflegt. Freilich hat jedes Dorf ſein begrenztes Gebiet und wenige können ſich ſoweit entfernen; die Zurückbleibenden alſo müſſen allein die Verluſte tragen, während die andern ge⸗ ſichert bleiben.

Im Anfange des Winters müſſen die Stämme den Bergen wieder näher ziehen, ſowohl um ihre Heerden zu bergen, als um Holzvorrath zu ſammeln. In dieſer Zeit ſchwelgen die Löwen, deren Appetit durch die Kälte noch gereizt iſt, auf Koſten Aller.

In den Gegenden nun, in welchen der Löwe ſich gewöhnlich aufhält, berufen die Araber, die zu faul ſind um ſelbſt thätig zu ſein, Kabylen, die für eine mäßige Summe eine 15 Ellen tiefe und 7 ½ Ellen breite Grube graben, die oben enger iſt als un⸗ ten. Sie wird ſtets da angelegt, wo ſich der Duar*) im Winter befinden ſoll und die Zelte ſtehen dann um ſie herum. Der Duar wird mit einem Zaun von 3 bis 4 ½ Ellen Höhe umgeben, ſodaß die Grube von außen nicht geſehen werden kann. Damit

*) Die Zahl der Zelte wechſelt von zehn bis dreißig.