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Der Löwenjäger / Jules Gerard. Nach dem Franz. von August Diezmann
Entstehung
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Der Löwe und ſeine Lebensweiſe. 11

ſeines Bruders mit ſich ſchleppen. Zum Glück fand er eine Grube, in welcher Getreide aufbewahrt geweſen war und in dieſe ſprang er.

Gleich darauf hörte er den Löwen zornig brüllen und mehr⸗ mals an der Grube hin und her laufen, in die er ſich geflüchtet.

Endlich brach der Tag an, der Löwe entfernte ſich und der unglückliche Flüchtling arbeitete ſich aus ſeinem Verſtecke wieder heraus. Kaum aber war dies geſchehen, ſo erblickte er mehrere Reiter des Bey, die ihn ſuchten. Sie ergriffen ihn, Einer nahm ihn hinter ſich auf das Pferd und ſo wurde er nach Konſtantine zurückgebracht, wo man ihn wieder in das Gefängniß führte.

Der Bey, welcher nicht glauben wollte was die Reiter er⸗ zählten, wünſchte den Mann ſelbſt zu ſehen und ließ ihn zu ſich bringen, noch immer mit dem Beine ſeines Bruders, das ihm an⸗ geſchmiedet war. Trotz ſeiner Grauſamkeit befahl dann auch Ach⸗ med Bey, dem Gefangenen den Eiſenring abzunehmen und ſchenkte ihm das Leben.

Der Löwe von Algier jagt nicht, ob er gleich ſehr feine Sinne hat und eine unvergleichliche Kraft und Geſchmeidigkeit der Glieder beſitzt. Wenn er aber ein wildes Schwein oder meh⸗ rere von weitem erblickt, ſchleicht er hinzu, um ſie unerwartet zu überfallen; wird er gewittert oder gehört, ſo fliehen die Schweine und der Löwe begiebt ſich in das Thal hinunter, um ſeine Abendmahlzeit aus einer Heerde zu holen, was um Vieles bequemer und ſicherer iſt.

Ich habe bisweilen ganze Heerden von Wildſchweinen am hellen Tage ihren Aufenthalt verlaſſen ſehen, nachdem Eines von ihnen verzehrt worden war, noch öfterer aber habe ich Löwen und Wildſchweine in einem Walde ſich aufhalten ſehen, ohne daß ſie

auf einander achteten, eben weil es dem Löwen ſo leicht iſt, von 8

den Arabern eine Abgabe zu erheben die freilich zehnmal mehr beträgt als die, welche ſie dem Staate zahlen. 6.

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