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Der Löwenjäger / Jules Gerard. Nach dem Franz. von August Diezmann
Entstehung
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Der Löwe und ſeine Lebensweiſe. 9

ſich in den Wald, fern von jedem Geräuſche, zurückzuziehen, um

ungeſtört zu ſchlafen und zu verdauen. 4

Weil einmal Jemand am Tage ungefährdet mit einem Löwen zuſammentraf, den die Fliegen oder die Sonnenhitze von ſeiner Lagerſtelle vertrieben, den der Durſt an einen Bach führte, der noch halb im Schlafe war und durchaus nicht hungerte, hat

man behauptet, der Löwe falle den Menſchen nicht an. Aller⸗

dings, der Löwe tödtet nicht um zu tödten, er tödtet um zu leben und ſich zu vertheidigen, wenn er angegriffen wird.

In einem Lande wie Algier, das faſt buchſtäblich von Heerden bedeckt iſt, fühlt der Löwe niemals am Tage Hunger. Die Ein⸗ geborenen, welche dies wohl wiſſen, pflegen deshalb wohlweislich zu Hauſe zu bleiben, ſobald der Löwe ſein Lager verläßt und wenn ſie in der Nacht reiſen müſſen, thun ſie es nie zu Fuß oder allein.

Wenn der Löwe einer größern Anzahl Menſchen begegnet, ſo glaubt er ſtets, Plünderer vor ſich zu haben und er folgt ihnen, um ſeinen Antheil von der Beute zu erhalten, wie man in dem Kapitel über die Löwenjagd finden wird.

Ich für meinen Theil erkläre, daß ich zwar ziemliche Gleich⸗ giltigkeit in dem Geſicht einiger Löwen bemerkte, die ich gegen Abend traf, dagegen bei allen, die mir in der Nacht vorkamen, ſehr feindſelige Geſinnungen fand.

Ich bin feſt davon überzeugt, daß ein einzelner Menſch bei ei⸗ nem ſolchen Zuſammentreffen rettungslos verloren iſt und des⸗ halb entferne ich mich in dem Gebirge in der Nacht nie von mei⸗ nem Zelte, ohne die Büchſe bei mir zu haben.

Ich kenne eine große Anzahl Fälle aus der neueſten Zeit, daß Araber von Löwen zerriſſen und aufgezehrt worden ſind, will aber nur den nachſtehenden erzählen, weil er allen Eingeborenen von Konſtantine bekannt iſt und unter höchſt dramatiſchen Umſtänden vorkam.