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Der Löwenjäger / Jules Gerard. Nach dem Franz. von August Diezmann
Entstehung
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4 Der Löwe und ſeine Lebensweiſe.

Sobald das Löwenpaar den gewöhnlichen Aufenthalt ver⸗ läßt, geht die Löwin ſtets voraus; beliebt es ihr ſtehen zu blei⸗ ben, ſo folgt der Löwe ihrem Beiſpiele. Kommen ſie in die Nähe einer Heerde, wo ſie ihr Abendmahl ſuchen wollen, ſo legt die Löwin ſich gemächlich nieder, während der Löwe muthig vordringt und das Beſte, was er erlangen konnte, zu ihr bringt. Er ſieht dann mit ſchmunzelndem Behagen zu, wie ſie es ſich ſchmecken läßt, während er wachſam beſorgt iſt, daß dabei nichts ſie ſtöre oder beunruhige. Erſt wenn ſie ſich geſättigt hat, denkt er auch daran ſeinen Hunger zu ſtillen. Kurz, ſowohl in derZeit der jungen Liebe, als in der ernſten Ehe behandelt er ſie mit aller erdenk⸗ lichen Aufmerkſamkeit.

Fühlt die Löwin, daß ihre Zeit gekommen iſt(zu Ende des Decembers), ſo ſucht ſie eine ſchwer zugängliche Schlucht, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Es ſind meiſt zwei, ein männ⸗ liches und ein weibliches, oft nur eins, ſehr ſelten drei. In den erſten Tagen nach der Geburt weicht die Mutter keinen Augen⸗ blick von den Jungen und der Vater muß für ihre Bedürfniſſe ſorgen. Erſt nach drei Monaten, nach dem Zahnen, dem, wie ſchon geſagt, viele Löwinnen erliegen, entwöhnt ſie die Mutter, indem ſie ſich täglich einige Stunden von ihnen entfernt und ihnen ſorgſam klein zerriſſenes Schaffleiſch giebt.

Der Löwe, der erwachſen ſehr ernſt wird, bleibt ſehr ungern oder gar nicht bei ſeinen Jungen, die ihn durch ihr Spielen be⸗ läſtigen. Um in ungeſtörter Ruhe zu bleiben, ſucht er ſich einen beſondern Aufenthalt, doch ſtets in der Nähe, um im Nothfalle zum Schutze der Seinigen herbeikommen zu können.

Die Araber, welche wiſſen, wo junge Löwen liegen, weil ſie erſtens eine trächtige Löwin geſehen haben und dann das geraubte Vieh immer nach einer Richtung hin fortgeſchleppt wird, be⸗ nutzen die Zeit, in welcher die Jungen von der Mutter entwöhnt

werden, um ſie wegzunehmen.