— 158— bald, daß Philamir ſich bis in den Tod furchtete, mit ihr allein zu ſeyn: Vernunft und Selbſtgefühl riethen
ihr, einem Liebhaber nicht länger nachzugehen, der ſie floh. Nach ſo viel Mißmuth, Unruhe, Qual und Kampf mit ſich ſelbſt, ſing Zeolide an, weniger zu leiden; ſie hatte ſchon zu viele ſchöne Träume aufgeben müſſen, als daß in ihrem Herzen die Liebe nicht hätte faſt ganz erlo⸗ ſchen ſeyn ſollen.
Endlich waren die drei noch übrigen Wochen ver⸗ floſſen, und Philamir ſah den Tag anbrechen, wo man den Pallaſt der Wahrheit verlaſſen ſollte. Bis die Prin⸗ zeſſin aufſtehen würde, begab ſich Philamir zum Letzten⸗ mal in die Palmenallee; er fühlte das lebhafteſte Ver⸗ langen, Mirza wieder zu ſehen; er hatte ihr ſogar ge⸗ ſchrieben, um ſie zu beſchwören, ſie möchte ſich in dieſer Allee wieder einſinden; er wagte es nicht zu hoffen, daß die ſtrenge Mirza ſich dazu verſtehen würde, ſein letztes Lebewohl zu vernehmem; wie groß war ſeine Freude als er ſie auf einmal erſcheinen ſah! Mirza zeigte die
größte Üüberraſchung, als ſie den Prinzen bemerkte: ſie wollte fliehen, Philamir hielt ſie zurück. Ach! Herr, ſagte ſie, ich dachte, Sie hätten dieſen Pallaſt ſchon verlaſſen, und ich kam zurück an dieſen Ort, der mei⸗


