—;—-—ꝛ4——
— 147—
ihn im Geheimen herab, und lobe ihn vor der ganzen Welt, aber auf eine hinterliſtige Weiſe; meine Abſicht iſt nicht ihm Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen, ſondern nur die Welt glauben zu machen, daß ich ſie ihm nicht ganz verſage. Bei dieſen Worten neigte ſich der Genie mit einer ſchlauen Miene gegen Chriſal, und ſagte ihm ins Ohr: Da hören Sie ihn! da haben Sie die Wir⸗ kung des Neides, von der ich vor Kurzem geſprochen ha⸗ be; nun ſehen Sie, ob ich das menſchliche Herz kenne oder nicht!
In dem Augenblick trat Tarſis herein; Phanor zog
nach einer kurzen vorläufigen Unterredung, ſein Manu⸗
ſeript hervor; die zwei Schriftſteller nahmen ihm gegen⸗ über Platz, die Hofleute und Philamir umgaben den Ge⸗ nie, und Phanor nahm das Wort und ſagte: Ich muß Ihnen im voraus ſagen, daß dieß kleine Werk ein Mei⸗ ſterſtück iſt.— Ja, das iſt gewöhnlich, erwiederte Le⸗
arch, man fängt nie an, ein Werk vorzuleſen, ohne eine A
Redensart, die ohngefähr eben ſo viel bedeutet. Übrigens können Sie verſichert ſeyn, mein Herr, daß wir kein Wort von dem ſagen werden, was wir denken, und daß wir bereit ſeyen„Sie mit Lobſprüchen zu uͤberhäufen.
Dieſe Antwort ſetzte Tarſis in Verwirrung, da er nicht
9*


