— 140—. fühlte, welche Wirkung ſie auf das Herz Zeolidens ma⸗ chen mußten, und ihr zu Füßen fiel. Zeolide ſtieß ihn voll Zorn zurück, und ſagte: Ihr Kaltſinn iſt empö⸗
rend!.. Nein, Sie lieben mich nicht, oder wenigſtens
ſind Sie nicht im Stande zu lieben, wie ich Sie liebe... Wagen Sie das Gegentheil zu behaupten?...— Ach! wenn ich es könnte!... Sie geſtehen es alſo, daß Sie mich nicht lieben?— O Zeolide, drücken Sie mich nicht ganz zu Boden!... Ich habe keine ſo reine, keine ſo zart⸗ fühlende Seele, wie die Ihre; allein ich fühle alle die Zu⸗ neigung für Sie, die ich nur haben kann...— Ich verſte⸗ he... Sie haben für mich nichts als Achtung.— 4 Wenn ich das Wort Liebe nicht ausſprach, ſo geſchah dieß darum, weil Sie mir ſelbſt dieſen Ausdruck unter⸗ ſagt hatten...— Ja, ehe wir noch in dieſem Palla⸗ ſte waren... Bei dieſen Worten erröthete Zeolide, und wendete ſich weg, um ihre Verwirrung zu verber⸗ gen. Philamir lächelte, und indem er die eine von den Händen den Prinzeſſin ergriff, ſchloß er ſie zärtlich in die ſeinigen; Zeolide zog ihre Hand zurück und ſprach: Sa⸗ gen Sie mir, ich bitte Sie, wie iſt es möglich, daß Sie, während Sie jenes ſchöne Frauenzimmer nur erſt einmal geſehen haben, ſo ſehnlich wünſchen, ſie wieder


