Druckschrift 
Der Pallast der Wahrheit / aus dem Franz. der Gräfin von Genlis übers. von L. Petz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

einem unglücklichen Schritte verleiten laſſen, als ſich plötzlich die Decke des Saales, in dem wir uns befan⸗ den, auseinander that. Ich erhob die Augen, und ſah eine Frau, oder vielmehr eine Furie auf einem Wa⸗ gen von Ebenholz, der von zwei ungeheuren Fledermäu⸗ ſen gezogen ward. Phormidas lag zu meinen Füßen; er erhob ſich mit einer ſehr verlegenen Miene, und die ſchreckliche Fee ſprach mit drohender Stimme folgende Worte: Treuloſer Phormidas, ſo alſo verräthſt du mich, mich, die ich dir zu Gefallen den ſchönſten aller Genien täuſche? Eine bloße Sterbliche iſt der Gegenſtand, den du mir vorziehſt? Wiſſe, Undankbarer, daß es unmög⸗ lich iſt, mich zu betrügen; jedoch willſt du bei mir Ver⸗ zeihung erlangen, ſo überliefere mir dieſe Prinzeſſin; ich verſpreche dir, ihres Lebens zu ſchonen; bedenke, daß ſie dich verabſcheuet, daß ich dich anbete, und daß ich alles im Stande bin, um mich an einem Treuloſen zu rächen.

Phormidas, in Schrecken geijagt, verſtand ſich dazu, wieder ſeine erſten Ketten anzulegen. Er übergab mich in die Hände der Fee; ſogleich erhob ſich ihr Wagen in die Lüfte, in weniger als drei Minuten langten wir hier

an, und ſtiegen in dieſen Garten herab; da wollte ich es