—
—
Predigten zog, der war, daß ich merkte, es wäre
ſie mir gab; ſie erhob die Reize des Geheimniſſes; und
7— 5 4
mir nicht ganz unmöglich, ihr zu gefallen. Die Hoff⸗ nung erzeugte jene Liebe, welche ſie vielmehr vorhergeſe⸗ hen, als errathen hatte. Ich wagte es am Ende in Pru⸗ dine zu dringen, ſie ſollte ſich erklären; ſie geſtand mir, daß ſie meine Gefühle theile. Entzückt über mein Glück, ſprach ich von Ehe. Prudine erklärte, ſie würde ſich nicht eher mit mir verbinden, als bis ſie meine Beſtän⸗ digkeit geprüft hätte; zugleich entlockte ſie mir das Ver⸗ ſprechen, Niemanden die Hoffnung wiſſen zu laſſen, die
da Geckerei mein Fehler eben nicht war, ſo erhielt ſie ohne Anſtand, was ſie von mir verlangte, und unſer zärtliches Einverſtändniß blieb vor der ganzen Welt ver⸗ borgen. 1
Eines Abends, als ich in ein Gewölk gehüllt die Lüfte durchſtrich, um mich zum Pallaſt Prudinens zu begeben, vernahm ich ein ſo ſchmerzliches Geſchrei, daß mich das Mitleid bewog, ſtille zu halten; ich ſah einen zahlreichen Zug von Pferden, von Wägen, erleuchtet von einer unendlichen Menge von Fackeln, welche Sela⸗ 4 ven trugen; ich erblickte mitten unter dieſer Schaar ei⸗ nen Jüngling von entzückender Schönheit, der mir der


