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Gefchichte des Genie Phanor⸗
Ich bin mit den heftigſten Leidenſchaften geboren worden; unſere Kunſt, wodurch wir den Sterblichen ſo ſehr überlegen ſind, vermag indeß nichts über das Herz; und der Genie, mein Vater, ſah mit Betrübniß, daß mehrere Jahrhunderte dazu erforderlich wären, mich weiſe und glücklich zu machen. Unterdeſſen verliebte ich
mich ſterblich in eine Fee, die um ein Gutes mehr Jah⸗
re hatte, als ich, und mehr durch Geiſt als Schönheit ausgezeichnet war.
Dieſe erſte Wahl machte mir Ehre. Prudine(ſo hieß die Fee) ſtand in großem Anſehen, und man pries ſie als ein Muſter von Umſicht, Klugheit und Verſtand. Sie hatte ſo viel Scharfſinn, daß ſie meine Gefühle er⸗ rieth, ehe ich ſie noch ſelbſt kannte: ſie ſagte mir, ich wäre in ſie verliebt; Anfangs war ich verſucht, ſie mit dem größten Ernſt von der Welt zu verſichern, daß ſie ſich irrte; allein, da ſie mir Zutrauen einflößte, wollte ich mich aufs neue prüfen. Trotz dem, daß ſie mir eine
. Leidenſchaft verwies, die ſie die Albernheit eines Kindes
nannte, bewies mir doch Prudine ſo viele Freundſchaft und Güte, daß der ganze Vortheil, den ich aus ihren
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