Teil eines Werkes 
2. Theil (1817)
Entstehung
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Nrrn 209 o Augenblick an einer ſo zarten und großmuͤ⸗ thigen Freundſchaft hatte zweifeln können. Er legte ſich gar nicht ſchlafen, denn er wollte ſich durch den Schlaf auch nicht eine einzige Stunde dieſes köſtlichen Daſeyns rauben laſ⸗ ſen. Er brachte die ganze Nacht im Schloß⸗ garten zu; einſam, in m. tternächtlicher Stil⸗ le, fragte er im Angeſichte des ſternenflam⸗ menden Himmels ſein Gewiſſen, durchforſchte jede verborgene Falte ſeines Herzens, und fand darin ſo viele Anhaͤnglichkeit an Ines, ſo wahrhafte Zuneigung für Dom Pedro und ſo reine Freundſchaft für Donna Bianca, daß ihm die Erinnerung ſeiner frühern Liebe bey⸗ nahe peinlich ward, Donna Bianca war in ſeinen Augen ein ſo achtbar geheiligter Ge⸗ genſtand geworden, daß er ſie vielmehr bloß als eine Schweſter geliebt zu haben wünſchte. »O du treue Gattinn des redlichſten Man⸗ nes, rief er aus,Gattinn meines Freundes, zärtliche Mutter meines Sohnes, den ſie als den ihrigen annimmt! nie werde ich mit einem unheiligen Blicke dich entwei⸗

hen, nie an deiner Schönheit mein Auge ..