196 n der vertraulichen Mittheilung verſchloſſen. Sie ſcheint vom Grunde ihrer Seele der Erde bereits ein ewiges Lebewohl zu ſagen,
gleichgültig iſt ſie für alles, was um ſie her⸗
um geſchieht, nichts vermag ſie aus dieſem Zuſtande der Vernichtung und dumpfen Be⸗ täubung zu wecken. Der Schlaf flieht ihre Augen, mit jedem Tage wird ihre Bläſſe, ihre Abgezehrtheit beunruhigender. Der Arzt er⸗ klärt, ſie müſſe ſchlechterdings aus dieſer tie⸗ fen Fühlloſigkeit durch irgend eine heftige Bewegung geriſſen, wieder zu Theilnah⸗ me und Thraͤnen vermocht werden. Nichts kann dieſe gewaltſame Bewegung wirkſamer in ihr hervorbringen, als dein und deines Kindes Anblick. Sie iſt bereits von deiner Ankunft in Kenntniß geſetzt, und harret dei⸗ ner— rufe Theophil und komm.—„»Nein, nein,“ antwortete Placide,„Theophil'n ſoll ſie heute nicht ſehen; ich kann mich nicht ent⸗ ſchließen, ſie nur deßwegen zu ſehen, um ihr Herz zu durchbohren.“ Während er ſo ſprach, kam ein Kammerdiener mit der Nachricht, daß Donna Bianca nach Placide und ſeinen Kin⸗


