Teil eines Werkes 
2. Theil (1817)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

rte 1 9 7. M

unglücklich wiederſehen, und für ihn gleich⸗

gültig geworden treffen ſollte. Er fagte es ſich zu, ſie ſchlechterdings nicht zu ſehen, wenn es ihm halbwegs möglich wäre, und nur mit Dom Pedro ſich einzuſchließen. Dieſer Ent⸗

ſchluß that wenigſtens ſeinem wunden Herzen

wohl, war aber im Grunde nicht aufrichtig, ſo wenig als gewöhnlich alle Entwürfe, welche ihr Daſeyn nur dem Stachel gereitzter Eigen⸗ liebe und ihrer veränderlichen Laune ver⸗ danken. 3

Endlich langten ſie nach vier Tagen auf

Dom Pedro's Landgute an. Bey dem An⸗ blicke des Schloſſes fühlte Plaeide einen leich⸗ ten Schauer, und ſein Auge füllte ſich mit Thränen. Donna Bianca, einſt der Gegen⸗ ſtand einer ſo heftigen Liebe und nun ſo zärt⸗ lichen Freundſchaft, wohnte in dieſer Behau⸗ ſung. Troſtlos ſchmachtend ſchien ſie ihm in ſeiner Phantaſie, er vergaß jede Regung ſei⸗ nes eigenen geheimen Grams, erblickte nur ſte, dachte nur an ihr Unglück, und blutend brach ſein Herz! Es war acht Uhr Morgens, Dom Pedro eilte ihnen aus dem Schloſſe