rrA 14 rren
ben.“—„Ach! ich Unglücklicher, nur zu we⸗ nig hat meine Vernunft gelitten! Ja, dieſe barbariſche Vernunft iſt es, die mein Glück mordet; ſie iſt es, die ein ſo ungeheures Opfer von meinem liebekranken Herzen for⸗ dert. So vernehme denn mein Schickſal. So eben erkenne ich den Geſang und die Stim⸗ me der Ines, Ines iſt die Bewohnerinn die⸗ ſes einſamen Thurmes. Sie iſt unſchuldig.“ — Mit feſtem Tone der Entſchloſſenheit er⸗ wiederte Bianca:„So mußt du ſie retten! Theurer Placide,“— fuhr ſie fort,—„Menſch⸗ lichkeit, Pflichtgefühl, Religion und Ehre ge⸗ biethen uns, mit raſchem Eifer zu handeln. Nicht weibiſche Thränen ziemen dieſem Au⸗ genblick. Üben wir unſre Pflicht, und wir ſind erhaben über die Verfolgungen des feindlichen Geſchicks.“— Dieſe Worte fach⸗ ten in meiner Seele die göttliche Flamme der Tugend wieder an, ich fand mein Glück in der Bewunderung, die mir dieſes unüber⸗ treffliche Weib entlockte, ja dieſe Bewunde⸗ rung erhöhte noch meine Liebe, und gad mir zugleich jene Charakterſtärke wieder, deren


