9 N gnädige Frau, Sie zu bitten, dieſe Frau morgen in's Verhör zu nehmen.“
Wiewohl dieſe Erzählung zum Theil Bianca's Neugierde reitzte, ſo konnte ſie doch nicht umhin, zu zeigen, daß ſie ſich nur ſehr ungern in dieſen ſonderbaren Handel miſche. Endlich aber entſchloß ſie ſich dazu, um Iſa⸗ bellens Anklage vor der Inquiſition zu hin⸗ dern, und verſprach, ſie am andern Tage zur Rede zu ſtellen. Ich fragte, welchen Cha⸗ rakter Dom Dinigo habe.„Er iſt ein Mann von fünf und vierzig Jahren,“— verſetzte Donna Bianca,— ver hat eine ernſte, bey⸗ nahe Achtung gebiethende Außenſeite, doch iſt ſein Ruf nicht der beſte. Man ſagt, er habe heftige Leidenſchaften, eine glühende Phan⸗ taſie und nicht allzu reine Sitten, übrigens kenne ich ihn nicht, empfange keine Beſuche von ihm, und treffe ihn ſelten.“ Der Pfar⸗ rer entfernte ſich, und gleich nach ihm kam Dom Pedro, dem wir dieſes ungewöhnliche Abenteuer erzählten. Er machte den Vor⸗ ſchlag, uns gleich die nämliche Nacht zu dem Teiche am Thurme zu verfügen, und wir


