A, ne lich zog ich Bianca in die Schloßcapelle. Mit heiligem Schauer überraſchte uns der Ein⸗ tritt in die einſame Halle dieſes Tempels, wo unſere künftige Verbindung feyerlich ge⸗ ſchloſſen werden ſollte. Schon waren wir im Angeſichte des feſtlichen Hochaltars, vor deſ⸗ ſen Stufen die Herzenslaute unſers ewigen unauflöslichen Schwurs zu dem Throne der Wahrheit empor wallen ſollten, mit ſüßen Thränen füllten ſich unſre begegnenden Bli⸗ cke, ein und derſelbe beſeligende Gedanke malte ſich in unſerm Auge, ſchon wollten wir auf unſere Knie ſtürzen, ich hielt Bianca's Hand, ſie drückte ſanft die meinige. Gewiß iſt es, es gibt angenehme Empfindungen, deren überſchwenglichem Genuſſe unſere ſchwa⸗ chen Organe unterliegen würden, denn nach dem Übermaße meines damaligen Wonnege⸗ fühls zu urtheilen, glaube ich, daß, wenn der Himmel den bloßen Traum meines Glücks damals gleich verwirklicht hätte, ich auf der⸗ ſelben Stelle mein Daſeyn, oder wenigſtens meine Vernunft unwiederbringlich verloren hätte. Bevor wir die Schloßcapelle verließen,
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