Major von Dillfeld in der Kürze einen Beſuch auf Schloß Dahnſtein beabſichtige. Sie ſtieß dabei, ihre Schelmerei zu verſtecken, den kleinen duftenden Blumen⸗ ſtrauß, der täglich auf ihrer Serviette lag, mit Schnüffeln an ihr Stumpfnäschen, indem ſie dann ausrief:
„Ich denke wir verſchieben nun unſern Beſuch nicht länger und fahren gleich morgen hinüber zu Dahn⸗ ſteins! Sonſt kommt uns gar der Dillfeld zuvor.“
Die Gräfin, die ihr Zublinzen verſtand, erwiderte:
„In Gottes Namen, wenn's Ihnen doch bei uns zu langweilig iſt! Sie, Weikart, gehen morgen auch mit. Ich hätte Sie ſchon früher einmal dort hin⸗ bringen müſſen. Wir holen bei dieſem Beſuch zugleich meine Adele ab. Kommen Sie, wir wollen gleich einige Vorkehrungen treffen!“
Sie erhob ſich lebhaft und ging. Marianne folgte mit zögernder Bangigkeit. Die unheimlichen Blicke und Mienen beider Frauen waren ihr nicht entgangen, und ſie hatte das Vorgefühl, daß etwas Verabredetes im Werke ſei.
Auch Albert traute dem Alleinbleiben mit der Generalin nicht, und ſtand auf. Sie hielt ihn aber mit der Anrede zurück:
„Noch ein Wort, liebſter Graf! Wie ſieht's denn mit dem brillanten Konzert aus, auf das ich ſchon


