bis ich ſo viel Güte erſt mehr verdient habe,— bis Sie mich beſſer kennen und mir— wer weiß was Alles vergeben haben!“
Eine Frau von mehr Kenntniß des menſchlichen Herzens wäre vielleicht von ſolcher, dem Anlaß nicht angemeſſ'ner Erſchütterung betroffen und in ihr auf⸗ gegebenes Mißtrauen zurückgeworfen worden: doch die Gräfin, die bloß Weltkenntniß beſaß und von einem hohen Selbſtgefühl herabſah, nahm dieſe Rührung einer dienenden Perſon als den Ausdruck einer lebhaften Dankbarkeit wohlgefällig auf.—„Sie müſſen mir nicht wehren wollen, meine gute Weikart,“ ſagte ſie,„daß ich mich Ihnen auf meine Weiſe erkenntlich zeige. Auch kann ſich in der Kürze bei uns Manches ereignen, woran Sie durch einigen Aufwand in Ihrer Erſcheinung gern einen ſchicklichen Antheil nehmen mögen. Ich weiß ja wohl, Sie kleiden ſich mit ſehr viel Geſchmack: es kommen aber Feſte, die auch Putz verlangen, ſelbſt wenn man ihn nicht liebt; wie es ja die Männer auch bei beſonderen Gelegenheiten nicht ohne Champagner thun.“
Marianne mußte ſich fügen und an ſich nehmen, was ſie viel ſchwerer auf dem Herzen, als mit den Händen forttrug, und was dagegen die Gräfin in ihrem Stolz um vieles erleichterte.
So fand ſich nun Frau von Wallberg aufgeräumt


