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der einmal geſagt hatte:„Es gehört etwas Unverſchämt⸗ heit dazu, ſein Neuſilber neben alten, echten Beſtecken ſo klappernd auf die Tafel zu legen.“
Nun hielt die Gräfin auch nicht länger mit den Geſchenken zurück, die ſie vor der Ankunft der Dahn'— ſchen in Nienſtedt gekauft und für die Gouvernante beſtimmt hatte. Es waren ſeidene Kleiderſtoffe, kleine Putzſachen, ein Paar geſchmackvolle Armbänder, nebſt einer Buſennadel. Die Comteſſe Eugenie hatte, zur Erinnerung an ihre engliſchen Converſationsſtunden, das von Albert ſehr gerühmte Leben Göthe's von Lewes beigefügt.
Marianne empfing dieſe für ſie ſehr reichen Gaben mehr mit erſchrockener, als mit erfreuter Ueberraſchung. Das ängſtliche Geheimniß, mit welchem ſie vor Alberts Mutter ſtand, laſtete wie ein Betrug auf ihrem Herzen in dieſem Augenblicke, wo ſie ſich ſagen mußte, daß ſie, aus demſelben hervortretend, ſtatt mit ſolcher Güte, vielmehr mit den ungnädigſten Vorwürfen würde über⸗ häuft werden. Sie ſchwankte einige Augenblicke vor der Gräfin nieder zu ſinken und ihr Alles zu bekennen, nicht um Alberten aufzugeben, ſondern nur um die ihr aus unverdientem Vertrauen zugewendete Gunſt von ſich abzuwehren.—„O das— alles das?“ rief ſie mit abwehrenden Händen blaß und bebend.„O nein, — nur heute nicht, Ew. Gnaden! Jetzt noch nicht,


