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die Ausdrucksweiſe der heftigen Frau etwas empfind⸗ lich.
Und im Fall eines leichtfertigen Liebeshandels wäre die Perſon gar nicht ausgezogen,“ ſprach die Generalin weiter,„ſondern beide hätten ſich zuſammen, als ein gepaarter Eremit, die liebe Einſamkeit gefallen laſſen. Je näher, je lieber! Das kennt man ja!“
„Ich mache zwar keinen Anſpruch darauf, das zu kennen,“ fiel die Gräfin ein;„aber vom Grafen Albert darf ich ein ſolches Verhältniß gar nicht annehmen. Dafür kennen wir ihn!“
„Nun wollen wir aber dafür ſorgen, meine Theure, daß auch nicht werde, was noch nicht iſt. Wir füh⸗ ren ein ganz neues Bataillon in's Feld.“
„Ja nichts übereilt! Halten Sie es noch in Re—
ſerve, Frau Generalin! die Liebe läßt ſich nicht com⸗
mandiren!“
„Doch, doch, liebſte Gräfin! denn ſie iſt zwiſchen Albert und Eugenien ohne Zweifel ſchon auf Wache gezogen und ſteht gewiß bereits in Reihe und Glied, aber aller Wahrſcheinlichkeit nach in zu träumeriſchen Gedanken. Sehen Sie, d'rum iſt auch beim Militär das erſte Commando ſtets: Achtung! und dann erſt kommt: Präſentirt! Ich werd' ihm aber gleich zurufen: Zur Attake vorwärts, Herz!— Aha, da iſt er ja gleich! Sehen Sie, wie er parirt!“


