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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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Ich ging auf Reiſen, und— Sie waren ja dabei, Marianne, als ich heimkehrend die Comteſſe zum erſten⸗ mal wieder ſah. Mein Gott, ich fühlte mich ſehr verändert! Aber die Herzen der Frauen erleiden vielleicht keine ſo großen Verwandlungen durch das Leben, und bewahren die alten Empfindungen. Und nun ſagen Sie mir, Marianne,— bleiben denn für uns jene verſprechenden Zuneigungen der jugendlichſten Jahre, über die Umwandlung unſeres Herzens hinaus, noch verbindlich?“

Marianne, kaum ihrer Empfindungen mächtig, rief aus:

„O Herr Graf, das iſt ja keine Frage für mich: fragen Sie Ihr eignes Herz!“

„Mein Herz? Mein umgewandeltes Herz?“ ent⸗ gegnete er.„Und wenn ich es frage, ſagt es mir, daß doch auch die Comteſſe ſich verändert hat; wenn auch nicht gegen mich, doch in ſo vielen Stücken, die nicht für mich wären, wenn es gälte, mit ihr glück— lich zu ſein. Sie kennen ſie ja, Marianne: ſagen Sie ſelbſt, ob man mit Eugenien glücklich ſein koͤnnte? Ob ich?“

„O Herr Graf, fragen Sie das nicht! Ich weiß nicht,— ich darf nichts gegen die Comteſſe ſa⸗ gen, ich nicht, nein ich nicht! Sie— begreifen das

nicht!“