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Marianne.„Wie verkehrt geht's oft nicht in unſern Träumen zu! Und doch wenn uns die tollſten Wider⸗ ſprüche, die unſinnigſten Verwechslungen vorkommen, findet es der Träumende ganz in der Ordnung. Aber Eines iſt mir ſchon aufgefallen: während im Traum der Verſtand oft genug abdankt und den Unſinn herr⸗ ſchen läßt, irrt man doch im Moraliſchen nicht und läßt Unrecht nie für Recht und die Sünde nie für etwas Sittliches gelten; ſelbſt das bloß Unſchickliche kann uns recht peinigen. Es ſcheint alſo doch, als ob unſer Wille tiefer in unſerm Weſen liege, als ſelbſt die Vernunft.“
„Ihre Wahrnehmung iſt mir neu, Marianne, und ſehr intereſſant,“ entgegnete Albert.„Auch ſtimmt Ihre Vermuthung mit jenen Philoſophen überein, die den Willen für unſer eigentliches Weſen erklären, das an unſerm Erkenntnißvermögen ſich nur ein Werk⸗ Jeug ſchaffe, um ſich mit unſerm irdiſchen Daſein zu vermitteln. Doch davon ein andermal, liebe Freun⸗ din! Jetzt drängt es mich— und als ich hörte, Sie ſeien in den Park gewandelt, habe ich Sie auf⸗ geſucht, um Ihnen aus vollen Herzen für den heutigen Tag zu danken. Wie ſchön war für Alles geſorgt— für Leib und Seele! Mit welchen Verſtand und feinen Takte haben Sie— Nun ja, ich gehorche Ihrer Ab⸗ wehr! Ich weiß Sie lieben dergleichen nicht, was wie


