185
n Feſt bereiten, zu dem man ihr bedeutſam winkte. Ihre e Hände löſten ſich, ſie ſtrich an ihrem ſeidnen Gewande e hinab und lächelte, daß ſie ja feſtlich angezogen ſei. 8 Doch zeigten ſich von fern her auch widerwärtige Ge⸗ 8 ſtalten, die höhniſch lächelnd über die Schulter nach 4 ihr blickten. Sie wollte ihnen eben entfliehen, als ſie, 6 wirklich von ihrem Sitze aufgeſtanden, ſich an der Hand 8 gefaßt fühlte, und heftig erwachend, Alberten vor ſich e erblickte. n„Verzeihung!“ ſagte er, von ihrem Schauer betrof⸗ n fen.„Ich habe Sie erſchreckt. Ich fand Sie ſchlum⸗ m mernd, wie Sie eben mit geſchloſſenen Augen aufſtanden, d— eine Traumwandlerin?“ „Nein, Herr Graf!“ lächelte ſie mit verſchämtem Erröthen,„das nicht! Ich war ein wenig müde; aber 1 ich muß nur einen Augenblick ſo geſchlummert haben: da ſchwebt noch dieſelbe Lerche, die ich aufſteigen ge⸗ 9 ſehen, und die Glocke vom See herüber klingt eben aus.“
„Ich kenne das, liebe Marianne,“ erwiderte er. „Im Traum gibt' keine Zeit, die Folgen erſcheinen oft — vor ihren Urſachen, die wunderbarſten Ereigniſſe fallen vor im Schlummer einer Minute; ein Wanſthenſede — begibt ſich, während der Zeiger an der Wanduhr kaum ein Strichlein weiter gerückt iſt.⸗
„Ja wohl, keine Zeit und keine Vernunft!“ verſetzte


