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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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Fichtengehölze geſchützt, ein Stück des Sees fern zwiſchen waldigen Höhen erblickte. Hier ruhend, entſchug ſie ſich allen Nachbetrachtungen, um in der einſamen Stille und Empfindung dieſes weichen Frühlingsabendes alles Leidige zu verſchmerzen, und des erhabenen Bibelwortes froh zu werden:„Die Seligkeit wohnt in euch ſelbſt.“

Dieſer Erquickung war ſie um ſo ſicherer, als die ganze Naturumgebung mit den bebenden Saiten ihres Herzens übereinklang,— dieſe Heimlichkeit umher, die weiche Luft dieſer ſäuſelnden, balſamiſch athmenden Fichten, die Lerche die ſich mit ihrem Abendgebet in die Lüfte ſchwang, das ferne Gewäſſer, das zwiſchen den Bergwälderu wie grauer Atlaß ſchimmerte, und nach einer Weile die Abendglocke, die aus einem und dem andern Dorfe herüber tönte.

Wie alles das durch Ohr und Auge in ihre Bruſt drang, athmete ſie tief und tiefer auf von den Cere⸗ monien des Anſtandes, unter denem ihr Innerſtes ſich verſchloſſen hatte. Ihr feuchter Blick ſank, wie einer Schlummernden, auf die gefalteten Hände, die in ihrem Schoße ruhten, und zog ſich mehr und mehr in ihr träumendes Innere zurück. Frohe und wehmüthig Tage heſpielen der Jugend, iſchwebte ſie, nickend

gingen an ihrer Seele vorüber;, ein Reigen lieber Menſchen

und grüßend, als wollten j erſäumte Heiligthum

des Herzens wieder einwei er ein geheimnißvolles