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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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ſie bei Ihnen zurück gelaſſen: es iſt eine ganz zuver⸗ läſſige Perſon,— in allem bewandert, und die Ihnen recht an die Hand gehen kann.“

„Vortrefflich in ihrem Fach, Eure Gnaden,“ fiel Heimberger ein,—„ſehr unterrichtet und voll Gabe zu unterrichten und zu bilden.“

„Das hat mir ſchon meine Freundin gerühmt,“ entgegnete ſie;„aber das meine ich eben nicht: ich bin vielmehr erſtaunt, wie ſie auch heut die Wirthin, die Dame des Hauſes macht, und— wie ſie ſich darin fühlt, mit Anmuth und Sicherheit, mit ſo viel Ver⸗ ſtand für die Sachen und Takt für die Perſonen.“

Albert, höchſt erfreut über dieſe eben ſo ironiſche als verlockende Anerkennung, ließ ſich zur wärmſten Auseinanderſetzung der Eigenſchaften und Vorzüge Ma⸗ riannens verleiten. Heimberger, der bei ſeiner Beſon⸗ nenheit Blick genug für Alberts Herz und für das Auge der Gräfin hatte, bemühte ſich vergebens, durch geſchickte Wendungen das Lob des jungen Freundes zu deuten oder zu beſchränken und deſſen Selbſtvergeſſenheit vor der Argliſt der Dame zu decken. In der Auf⸗ regung des Herzens, und eingenommen von ungewohn⸗ tem Weingenuß, ereiferte ſich Albert nur noch mehr an ſolchem Widerſpruche, und als er endlich doch eine Warnung darin erkannte, ward auch noch ſein betroffenes Erröthen zum Verräther ſeiner Selbſtvergeſſenheit.