Jahre, ſuchte die Wirklichkeit der Natur lieber dem guten Schein der Mode aufzubürden.
Weniger auffallend, weil etwas mager aufgeſchoſſen, ſtellte ſich ihre Tochter dar, ungeachtet der beiden ſehr weiten Röcke, über welche ein Kleid von Roſagaze mit weißer Stickerei, rundem, knapp anliegendem Leibchen und weißſeidengeſtickten Nonnen⸗Aermeln floß. Der etwas magere Arm zog durch allzu reichen Schmuck der Armbänder faſt zu viel Aufmerkſamkeit auf ſich. Sonſt war Comteſſe Eugenie— wofür ſie auch galt— eine Schönheit. Kopf und Geſichtsbildung hätten einem Bildner in Marmor die würdigſte Aufgabe geboten, und nicht weniger hätte die kalte Ruhe der Züge auch den Pinſel des Malers für die Auffaſſung der Aehnlich⸗ keit begünſtigt.
Zwiſchen Gemahlin und Tochter ſchien es Graf Dahn mit ſich ſelbſt auf den Contraſt von Selbſtver⸗ nachläſſigung abgeſehen zu haben. Er gab damit aber nur ſeinem ländlichen Hang für Bequemlichkeit nach, in dem Maße, als er ehedem in der Uniform des Garde-Officiers und des Kammerherrn ſich durch das Geſchniegelte und Gezwängte genug gethan hatte.
Dieſer äußere Zwang ſeiner Vergangenheit war jetzt vollſtändig überwunden; in ſeiner Unterhaltung aber ſchlug zuweilen noch der Geſchmack an den Scherzen der Wachtſtube vor, wenn auch etwas gemäßigt durch


