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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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einrichteen muß, wenn man bei mäßigem Einkommen doch auch für chriſtliche Wohlthätigkeit an ſeinen lieben Nächſten etwas erübrigen will.“

Er ſah bei dieſen Worten mit einiger Befangenheit ſeine Töchter an, und die ältere, eine hübſche Blondine von ſechzehn bis ſiebzehn Jahren, verſetzte mit einem Ernſte, den ein ſchelmiſcher Blick durchkreuzte:

„Ja, Fräulein Weikart, Sie glauben nicht, wie ſehr Vater es ſich angelegen ſein läßt, daß es— ſeinen Nächſten wohl ergehe.“

In der Verlegenheit ihrer Schelmerei zog ſie ihre jüngere Schweſter zärtlich an ſich. Dieſe kicherte in ihr geſticktes Schnupftüchlein. 8.

Delius, der darüber an Mariannens ſchalkhaftes Lächeln von geſtern denken mochte, ſchalt mit mißbilli⸗ gendem Kopfſchütteln:

„Fränzchen, Fränzchen, kannſt Du keinen Augenblick den Kindskopf bei Seite laſſen? Ja, Mademoiſelle Weikart, das iſt unſer Lachtäubchen im Haus. Aber der kleine Schelm hat eigentlich ein Anliegen an Sie, das er mir nun heraus lachen möchte, weil ich ihm verboten habe, es heraus zu ſagen. Ich habe den Mädchen nämlich erzählt, wie ſtark Mademoiſelle Wei— kart im Franzöſiſchen und Engliſchen ſei, und Beide haben eine große Vorliebe fürs Engliſche. Aber ſtill davon jetzt, Kinder! Laßt unſere hochgeſchätzte Freun⸗

Koenig, Marianne. I. 3