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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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etwas von unſerem jungen Grafen! Ich habe ſein Bild geſehen: ein edler, ſeelenvoller Ausdruck!“

„Mein Albert?“ rief Heimberger.„Ja, edel, ſee⸗ lenvoll,— etwas ſchwärmeriſch, wenn ihn der eng⸗ liſche Kohlendampf nicht ein wenig realiſtiſch angeflo⸗ gen hat, was 1 nicht wünſche. Er war eine gern bewundernde Natur, wie ſie heute bei unſern jüngern Männern ſelten vorkommt. Das Staunen über die materiellen Großthaten der Gegenwart macht allzu früh ſtumpf für das Ideelle, blaſirt, wie ſie's nennen. Aber, ſehen Sie, Marianne, wenn alles Forſchen und Streben des menſchlichen Geiſtes beim Verwundern anhebt, und alle Weiheit des Alters dahin führt, ſich über nichts mehr zu wundern: ſo liegt doch das reinſte Glück der Jugend und eines nie alternden Herzens im Bewundern— alles Hohen, Edeln und Schönen auf Erden.“

„Das iſt ſelbſt ſehr edel und ſchön gedacht, lieber Freund,“ ſagte Marianne,„und ich nehm' es als Ihr Gaſtgeſchenk mit. Und nun gehe ich...?“

„Hier zwiſchen den Gärten hinauf,“ antwortete er, und kommen recht bald wieder dort über das Brück— chen herüber. Nicht wahr?“

Die Familie Delius ſaß ſchon bei Tiſche und kam über den angemeldeten Beſuch in einige Unruhe. Ab⸗ weiſen, gleich das erſte Mal, mochte man die neue