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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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29 — wiſſen, eine Aufgabe der Erziehung iſt, die natürlichen 1 Fehler der Menſchen zu entſprechenden Tugenden um— zubeugen: ſo findet es ſich noch öfter, daß man tu⸗ gendhafte Anlagen eine ſchlimme Richtung nehmen läßt. Der heitere Stolz der Gräfin ſtimmt ihr Herz leicht zu Wohlwollen, zu Gunſt, zu Allem, was ſie generös nennt. Wie weit aber ein verletzter, gekränkter oder durchkreuzter Stolz oder Hochmuth gehen kann, weiß ich von ihr ſelbſt nicht, wohl aber aus anderen Er⸗ fahrungen meines Lebens. Sie, liebes Fräulein,— oder darf ich vielleicht Freundin ſagen? Beſte Frau, wollen wir nicht Freundin ſagen? Ich meine— wir

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verſtehen uns ſo gut

Marianne reichte Beiden gerührt die Hand, und der Pfarrer fuhr fort: 1 72—

Sie kommen, wie ich glaube, zu einer recht gün⸗ ſtigen Zeit ins Schloß. Die Gräfin lebt jetzt hoff⸗ nungsvoll und betriebſam erregt, in dem einen großen 1 Projecte, den Stiefſohn mit der einzigen Tochter des Grafen Dahn auf Dahnſtein zu vermählen. Die Grä⸗ fin Dahn hat viel Gutmüthiges und Freundliches.

Der Graf iſt galant und ein humoriſtiſcher Spötter. 1 ¹ Aber halten Sie ſich bei ſeinen Späßchen als zerſtreute Zuhörerin, die auch eines oder das andere überhören kann. Beide Gräfinnen kennen ſich von Hofe her, ſtehen auf Du und Du, und ſind jetzt ſo innig, als V