Druckschrift 
Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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von der Reiſe gehalten. Es iſt juſt heute der Wochen⸗ tag, an welchem der Pfarrer, der vorhin bei Ihnen war, eine Hausandacht hält. Das iſt ſo ein Haken, mit dem ſich der Schlaukopf bei uns feſtzuhalten weiß. Der ſelige Herr Graf, wiſſen Sie, mochte die Schwarz⸗ röcke nicht gern um ſich leiden; jetzt aber hat der Herr Pfarrer ſich hier eingeniſtet, und ſucht das fromme We⸗ ſen zu einem Hausbedürfniß zu machen, weil er die Lieferung hat. Mit dem Choral iſt die Andacht aus, und es geht nun an ein feines Abendbrod. Ich habe den Dienſt dabei und ſchicke es Ihnen herauf. Machen Sie ſich einſtweilen Licht.“——

Am andern Morgen nach dem Frühſtücke wurde Marianne zur Gräfin gerufen. 8

„Meine Adele kommt heute noch nicht,“ ſagte ſie, „die Gräfin Dahn will ſie morgen ſelbſt herüber brin⸗ gen, und der Graf wird mitkommen. Sie werden dann auch die Comteſſe Eugenie kennen lernen, Mademoiſelle Weikart. Meine Pathe iſt ein vortreffliches Mädchen, durch Schönheit und Bildung ausgezeichnet. Sie würde eine Zierde an unſerem Hofe ſein; allein die Eltern haben ſchon anders über ſie verfügt. Ich ſage Ihnen ſo viel davon, weil ich wünſche, Sie möchten ſie zum Vorbilde für meine Tochter nehmen. Benutzen Sie übrigens den heutigen Morgen, ſich einzurichten und vor Allem einen Beſuch beim Pfarrer zu machen. Er