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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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war bei Ihnen, und ich wünſche, daß Sie ſich recht mit ihm verſtändigen, um mit ihm zu wirken— in ſeinem chriſtlichen Sinne, meine ich.

Ein forſchender Blick, den die Gräfin bei dieſen Worten auf die Gouvernante richtete, erinnerte dieſe an ihr geſtern-abendliches Lächeln. Gewiß hatte der Pfar⸗

rer ſeinen Bericht über ſie aus der Tonart ſeines Ab⸗

ſchieds gemacht. Sie erröthete ein wenig, doch lächelte ſie heute die Sorge ſchnell hinweg. Mit ihrer heitern Sinnesart kam ſie leicht über vieles hinaus, was, an ſich unwichtig, nur ängſtliche oder engherzige Menſchen verwirren kann. Doch wollte ſie die leiſe Andeutung nicht unbemerkt vorüber gehen laſſen und ſagte mit an⸗ muthigem Lächeln:

„Ich danke Ew. Gnaden, und werde mich mit dem geiſtlichen Herrn bald einverſtändigt haben. Ich bin ja eine Schulmeiſters-Tochter und dicht an einem Pfarr⸗ hauſe aufgewachſen. Uebrigens halte ich es ſehr mit der religiöſen Grundlage des Lebens, mithin auch der Bildung für das Leben. Daher bin ich auch den Männern mit hoher Achtung zugethan, die zu dieſem hohen Zwecke wirken, ohne daß ſie ihn in ihre Perſon verlegen, und die im Namen ihrer hohen Beſtimmung nicht herrſchen, ſondern dienen wollen.“

Die Gräfin blickte Mariannen mit Verwunderung an und ſchüttelte dann ein wenig den Kopf. Sie fand

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