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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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zugleich eine

war kein Stolz, der Anderen wehe that und der Andere herabſetzte. Unſere jetzige Frau Gräfin...“

Er erſchrak vor dem, was er eben ausſprechen wollte und wandte es raſch zu einem Tadel ſeiner ſeblſt, indem er fortfuhr: Frau Gräfin! viel Vorzüge, und

„Sage ich ſchon wieder: Ich wollte ſagen: Ihro Gnaden beſitzen doch Sie werden es auch bald ſelbſt finden, Mademoiſelle.“

Er führte Mariannen weiter, indem er ſie nicht ohne Selbſtgefühl in die Gegenwart der Familie ein⸗ weihte. Es lag etwas Herablaſſendes in dieſer Mit⸗ theilſamkeit des ſonſt ſehr ſchweigſamen Dieners, womit er ſogar ſeine überſchritt Seine Miene verrieth etwas von noch nicht erloſchener Empfänglichkeit für ſo viel jugendliche Anmuth, für dieſes reizende Lächeln

gewohnte Bedachtſamkeit

Mariannens, hinter welchem eigentlich der Schalk eines fröhlichen Mädchenherzens lauerte. Denn für Mariannen war dieſer Domeſtiken⸗ Stolz, der ſich im Dienſte einer hochadeligen Familie fühlte, etwas Neues, woran ſie ihr Wohlgefallen und neckiſche Laune fand. Die Schelmerei ihres Staunens und ihrer wunderlichen Fragen hätte für den guten Alten eine gefährliche Verſuchung ſeiner ſtolzen Verſchwiegenheit werden können, wäre Marianne welterfahrener und ſchlauer geweſen, als ſie es war.

So hätte ſie es auch für eine beſondere Gunſt an⸗

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Freund