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von Stand zu empfangen. Dieſe gefliſſentliche Zurück⸗ haltung legte freilich ihrem gewöhnlich ſehr bewußten Be nehmen noch ein Gewicht mehr zu.
Sie erwiederte die deutſche Anſprache der Gouver⸗ nante franzöſiſch, deutete ihr ein Tabouret an, und ließ ſich ohne Weiteres über die Gaben, Vorzüge und Eigen⸗ heiten der kleinen Comteſſe Adele aus. Sie beſtimmte die Gegenſtände des Unterrichts und die Eintheilung der Stunden gemäß der ländlichen Hausordnung, und da ſie ſehr bald inne wurde, daß die Gouvernante das Fran⸗ zöſiſche feiner als ſie ſelber ſprach, fuhr ſie mit mehr Freundlichkeit auf deutſch fort:
„Es iſt mir lieb Mademoiſelle Weikart, daß Sie etwas früher eingetroffen ſind; ich ſehe meine Adele nicht gern ohne Aufſicht, nicht gern unbeſchäftigt. Ich habe ſie auf einige Tage in die Nachbarſchaft, auf Schloß Dahnſtein, gegeben, werde ſie aber morgen her⸗ überholen laſſen. Auf viel Lernen, muß ich Ihnen ſagen, lege ich keinen zu großen Werth. Sehen Sie auf ein gutes Franzöſich und auf ein feines Benehmen. Die Comteſſe iſt ſehr lebhaft; achten Sie ja darauf, daß ſie nach und nach die gute Haltung ihres Standes gewinne und ſich nie vergeſſe. Ich deute Ihnen gleich das äußerſte Ziel meiner Abſichten an, das Sie ſich zum Zweck Ihrer Beſtrebungen nehmen müſſen: ich wünſche meine Tochter an den Hof zu bringen, wo ich


