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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 1
Entstehung
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So? der Pfarrer hat...? erwiderte die Gräfin mit ungehaltenem Kopfſchütteln. Und wie ſieht die Gouvernante aus, Chriſtian?

Eine ſehr angenehme Perſon; ich ſchätze ſie ein⸗, drei⸗ bis vierundzwanzig. Ob Ew. Gnaden ſie eigentlich ſchön finden werden, ſteht dahin; aber ſie hat etwas Einneh⸗ mendes, feine Manieren, ganz vornehme Art, möchte ich ſagen.

Bringe Er ſie herauf, Chriſtian!

Sie erhob ſich, barg die farbigen Garne in dem ſchmucken Nähkorbe, der neben dem Rahmengeſtelle ſtand, und ließ ſich, einem hohen Spiegel gegenüber, in das gelb⸗ ſeidene Sopha nieder. Der Spiegel zeigte eine ſtolzbe⸗ queme Frau in den erſten Vierzigen, von angenehmer Fülle des Körpers.Es iſt und bleibt ein anmaßliches Volk, dieſe Paſtoren! ſagte ſie halblaut.Aber ich werde darauf denken, Herr Pfarrer Delius, daß Sie mir nicht zu weit um ſich greifen, wenn ich Sie vielleicht nicht ganz entbehren kann.

Die Gräfin war von dem eintretenden Frauenzimmer, ſelbſt nach der ſo günſtigen Ankündigung des Kammer⸗ dieners, angenehm überraſcht, nicht blos von der edeln

Geſtalt und heitern Anmuth der Geſichtszüge, enh 4

vielleicht noch mehr von der freien, bequemen Art ſi

darzuſtellen. Sie mußte ſich erinnern, daß es die Gou⸗

vernante ihrer kleinen Tochter ſei, um ſie nicht als Dame

von

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etwas