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führet? Ich möchte Dich, Marianne, und ſelbſt den Doctor jeder Begegnung mit der Baroneſſe Sidonie entziehen, die mit der Prinzeſſin Mathilde noch hier verweilen wird. Dies iſt Dir gewiß auch lieb, Ma⸗ rianne, ſetzte er lächelnd hinzu, Du weißt ja: Zwei Altiſtinnen zuſammen geben kein gutes Konzert. Nicht wahr? Aus der Reſidenz reiſe ich dann nach Hauſe, bringe alles in Ordnung, und der Doctor geleitet Dich, ſobald ich ſchreibe, nach Wallberg. Du kehrſt in Heim⸗ bergers liebem Gaſtſtübchen ein, und ſollſt dort mit allem Blumenſchmuck ſeines Gartens und meines Ge⸗ wächshauſes empfangen werden. Von dort, mit einem Strauß an der Bruſt und mit dem Segen des prie— ſterlichen Freundes, hole ich Dich ab, und führe Dich in unſer Schloß.“
Mariannne konnte in dieſer Umgebung nur mit dar⸗ gereichten Händen und einem ſeligen Blick ihr bewegtes Herz ſagen laſſen: Ich bin Dein für ein Leben voll Liebe und für weiter hinaus, als dies Herz ſchlägt!
Die beiden Zeugen dieſes Verſpruches erhoben ſich mit Glückwünſchen; der Graf aber ſagte:
„Nicht jetzt, meine Freunde! Morgen Abend brin⸗ gen wir zuſammen zu, und feiern Verlobung vor meiner Abreiſe. Wie meinſt Du, Marianne,— ſoll ich im Frack und mit den Orden kommen, die mir, wie ich
merke, morgen beim Feſte verliehen werden?


