nliegen,
den Grafen und mich. Ich war auch im erſten Augen⸗ blicke ganz aufgebracht gegen ihn: aber ich begreife ihn jetzt. Er liebt die Perſon, wie ich Ihnen erzählt, und iſt in's Tolle von ihr eingenommen. Ich habe auch Grund zu glauben, daß er einen guten Augenblick ge⸗ funden, ſie über den Grafen zu täuſchen,— heißt das, zu enttäuſchen, hat ſich dann, ſcheint es, erklärt und ſie gewonnen. Nun hofft er ihr Verhältniß mit Albert hier am Orte raſcher zum Bruche zu bringen, rechnet vielleicht auch auf eine Abfindung von Seite des Ver— lobten,— u. ſ. w. Ich fürchte aber, Papa, der Graf bei ſeiner Art zu denken und ſich von Empfindungen beſtimmen zu laſſen,— Sie verſtehen mich ſchon! Wer weiß auch, welche Scene ſie ihm doch noch macht! Denn—— ſie ſieht wieder ſehr hübſch aus, hat ſehr viel Einnehmendes, und— ich glaube überhaupt, Papa, dergleichen bricht ſich leichter brieflich ab, als unter vier Augen?“
Der Miniſter, der ſeine Bedenklichkeiten gern unter einen Scherz verſteckte, verſetzte darauf:
„Du haſt ganz Recht, Sidonie! Blaue Augen wir⸗ ken ganz anders auf das Herz, als die jetzt ſo beliebte blaue Dinte. Oder hat die Perſon gar ſchwarze? Ueberhaupt aber kam mir der Graf geſtern Abend, in vertrauter Beſprechung, zu einem Bruche—— wie
ſoll ich ſagen?— noch gar nicht geknickt' genug vor.


