Druckschrift 
Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 2
Entstehung
Einzelbild herunterladen

266

raſch ausführte.—„Ich habe ein dringendes Anliegen, Papa,“ ſagte ſie.„Treten wir dort unter das Zelt! Aber kommen Sie nur mit, lieber Graf, unſere Conferenz iſt von keiner Dauer, und vielleicht—“.

Sie hielt an ſich, und lenkte raſch nach dem Zelt im Garten des Hotels hinter dem Pavillon. Hier nahm Albert auf ihren lächelnden Wink einen Seſſel, und ſie führte den Vater unter die etwas entfernten ſchattigen Bäume. Hin und her wandelnd ſagte ſie ſo leiſe als erregt:

„Denken Sie, Papa,— die fatale Gouvernante iſt hier! Sie ſaß hinter'm Kurhauſe, als ich eben mit der Prinzeſſin vorüber kam!“

„Die Gouvernante? Dort unſeres Grafen— Ver⸗ lobte? Kennſt Du ſie denn, Sidonie? Woher—?“

fragte der Miniſter verwundert.

Sidonie erſchrak über ihre Vergeſſenheit und Ueber⸗ eilung. Sie hatte ihm freilich ihren mißlungenen Beſuch bei Mariannen noch nicht geſtehen mögen. Schnell gefaßt fuhr ſie fort:

„Ich erkannte ſie durch Doctor Hoßbach, der mit ihr war, nebſt einer Frauensperſon, die ich für die länd⸗ liche Wirthin halte, zu der ſie aus dem Landkranken⸗ hauſe— Sie wiſſen ja! Ich hatte Karln erlaubt, ſeine Patientin nach einem Badeort zu bringen, und nun ſchleppt er ſie gerade hierher, wo er uns weiß—