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Im Sturme dieſer auf's Neue erregten Empfin⸗ dungen ward ſie plötzlich von dem jungen Arzt unter— brochen, der von ſeinem Stuhl aufſpringend ihre Hand ergriff, und heftig bewegt ausrief:„Nein, nein, Mar rianne! O halten Sie ein! Sie thun ſich und dem Grafen Unrecht! Man hat Sie getäuſcht,— jetzt durchſchaue ich den Betrug! Aber nicht Ihr Albert hat es, nein, die Baroneſſe Sidonie! Sie war die Sängerin, ſie ſelbſt,— verkleidet. O verzeihen Sie mir, daß ich darüber ſchweigen konnte! Aber mit dem Gewicht ihrer Wohlthaten hatte ſie mir Schweigen auf— erlegt, dieſe Sängerin Sidonie. Auch ließ ſie mich auf der Meinung, ſie wolle nur Ihre Bekanntſchaft machen, nur zuſehen, ob ſie ſelbſt ihre Erwartungen von Albert aufgeben müſſe, oder ob Marianne zurück⸗
treten könnte. Und ſo ſchwieg ich, und wollt' es ab—
. warten. Nun ich aber ſehe, welcher Selbſtentwür digung ſie fähig war, welcher Verdächtigung Alberts und welcher Täuſchung gegen Sie, Marianne, mit den Liedern—! Wiſſen Sie, dieſe Lieder hat ſie allerdings von Albert. An einem ihrer äſthetiſchen Abende, da auch er etwas vortragen ſollte, hat er ſie auf der Violine geſpielt. Mit dem innigſten Andenken an Sie, Marianne, hat er dabei bemerkt, wie herrlich Sie die Lieder ſängen, und Sie ſängen auch Alt, wie die Ba⸗
roneſſe. So hat Sidonie die Melodien von einem an⸗


