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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 2
Entstehung
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bezeichnete die Lieder, und hielt nicht mit dem Selbſt⸗ bekenntniſſe der Sängerin zurück, die ſolche, im ver⸗ trauteſten Umgang mit dem Grafen, von ihm wollte mitgetheilt erhalten haben. Tiefbewegt ſprach es Ma⸗ rianne aus, daß die Selbſtvergeſſenheit Alberts gegen eine ſolche Perſon, daß der Verrath jener Lieder an eine Unwürdige, daß die Entweihung der Melodien, die ſie ſelbſt nur für ihn, nur in heiligen Momen⸗ ten des Andenkens an die ſelige Mutter und des Aus⸗ drucks ihrer reinen Liebe zu ihm geſungen habe, den unheilbaren Bruch herbeigeführt hätten.——„Das iſt es, warum ich ihn aufgebe!“ rief ſie feierlich, „nicht daß er Sidonien heirathen möchte. Wenn er aufhören will der Fürſt ſeines eigenen Schaffens zu ſein und lieber ein Diener des Königs werden will: ſo mag er'’s thun, und ſeine Gefährtin dazu nehmen woher er ſie will! Aber, daß mein Hinken vielleicht der bleibende Ausdruck ſeines tiefen ſittlichen Falles iſt—! O nein, er ſoll mich nicht und nirgends mehr finden; er ſoll keinen körperlichen Widerwillen an mir faſſen und ſeine Untreue damit beſchönigen. Oder doch—! O ſagt mir, ihr Freunde, ſoll ich ihn vielleicht gerade darum noch einmal ſehen, damit er dieſen Widerwillen nehme, und ſo ſein Herz leich— ter beruhige, für welches die Stunden der Reue und

der Vorwürfe nicht ausbleiben werden?“