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Marianne oder Um Liebe leiden. Th. 2
Entstehung
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it dem

weſenden Muſiker auf der Stelle nach dem Gehör— notiren laſſen, und ſie Alberten zu Lieb ſich nachher eingeübt. Nein, Marianne, ſie ſind kein Verrath, dieſe Lieder: ſie ſind ein herzliches Bekenntniß zu Ihnen, in einer Stunde abgelegt, wo ihn die Zauberin Sidonie mit ihren Reizen und Künſten lockte!“

Er ſchwieg. Marianne, bebend, ſuchte nach Wor⸗ ten, und rief, ſeine beiden Händen faſſend, zwiſchen Lachen und Weinen:

„Karl? Iſt es ſo? Ja es iſt ſo! O ich erkenne meinen Albert wieder, und Du haſt es ja geſagt, Karl!— O Du biſt gewiß wahr, weil Du mir das ſagen konnteſt! O lieber, lieber Karl, Arzt meiner Seele! O allen Dank der Welt! Könnt' ich Ihnen nur ein Herz ſchenken, wie Sie es verdienen! Wir bleiben Freunde für immer, Karl! Und Du biſt ein edler— ein lieber Menſch!“

Sie ſchüttelte dabei fort und fort ſeine beiden Hände, und all' ihr Leid und Jubel—„all' der Schmerz und Luſt“ zuckte darin aus.

Karl ſelbſt, überraſcht von ſeiner Ehrlichkeit und wie beſchämt von ihrem Dank, zugleich etwas wehmü⸗ thig über das Glück das er— gegeben, erwiderte, ſobald er mit feſter Stimme reden konnte:

„Behalten Sie mich lieb, Marianne! Und— nicht

wahr, ich durfte ſagen: Ich habe Sie lieb? O ja,