43
„Sie hat meinen braven, alten Chriſtian gut ge⸗ pflegt, Frau Schappers,“ fuhr die Gräfin mit ihrem Schnupftuche ſpielend fort, und ich möchte Ihr meine Zufriedenheit damit zeigen. Komme Sie morgen früh gegen elf Uhr. Sie hält ſich zwar nett und reinlich, wie ich ſehe: es wird ihr aber doch wohl Mühe machen, ſich mit einer kleinen Garderobe ſo zu halten. Ich habe abgelegte Sachen, die Sie ſehr gut wird benutzen können. Ich liebe es, daß meine Leute gut ausſehen, und— Sie gehört ja faſt in's Schloß, da Sie eben wieder die— unglückliche Perſon, die Gouvernante, zu beſorgen hat.——— Recht widerwärtige Geſchichte, die mir hätte erſpart werden ſollen!“ ſetzte ſie halb laut, wie vor ſich hin geſagt, hinzu, indem ſie ſo heftig am Taſchentuche zupfte, daß es riß. Sie warf es fort und ſtand auf.
„Alſo morgen früh, Frau Schappers!“ ſagte ſie, und wartete es nur ab, bis die Frau, unter Knixen rückwärts gehend, die Thür erreicht hatte; dann rief ſie ihr noch einmal und ſprach vertraulich weiter:
„Sie hat mich eben ungeduldig geſehen: kein Wort darüber, Frau! Ich verlange überhaupt, wenn Sie ſich bei mir halten will, unbedingtes Schweigen über alles, was Sie von mir zu ſehen und zu hören bekommt.
Doch, ich weiß, Sie verſteht ſich auf Geheimniſſe.
Sie und der Arzt,— ihr habt auch manches zu ver⸗
—
—— —


